Gemälde | Turm der blauen Pferde (1913) - Franz Marc
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Gemälde | Turm der blauen Pferde (1913) - Franz Marc
"Dieses Bild gilt als eines der bedeutendsten Bilder vom Gründungsvater der legendären Künstlergruppe ""Blauer Reiter"" und ist seit 1945 verschollen.
Brillante Wiedergabe im Fine Art Giclée-Verfahren auf Künstlerleinwand aus 100% Baumwolle, auf Keilrahmen gezogen. Limitierte Auflage 980 Exemplare mit rückseitig aufgebrachtem nummerierten Zertifikat. Gerahmt in schwarzer Massivholzleiste mit Silberkante, matt patiniert. Format 76 x 50 cm (H/B)."
Über den Künstler - Franz Marc
Franz Marc wurde am 8. Februar 1880 in München geboren. Sein Vater, ein leidenschaftlicher Landschaftsmaler, prägte früh seine künstlerische Entwicklung. Zwar zeigte sich Marcs Begabung bereits in jungen Jahren, doch wandte er sich erst nach dem Militärdienst konsequent der Malerei zu. Im Jahr 1900 nahm er das Studium an der Münchner Kunstakademie auf. Der dort vorherrschende naturalistische Malstil entsprach jedoch nicht seinen eigenen Vorstellungen. Über Kommilitonen lernte er den Jugendstil kennen und begann, sich von den starren akademischen Regeln des Naturalismus zu lösen.
Ein wesentlicher Impuls für sein Frühwerk war ein halbjähriger Aufenthalt in Paris im Jahr 1903. Dort setzte er sich intensiv mit Strömungen des Modernismus und des Impressionismus auseinander. Er experimentierte zunächst mit impressionistischen Techniken und dem Pointillismus, bevor er sich stilistisch den Fauvisten annäherte. Charakteristisch für seinen künstlerischen Stil wurden nun lebendige, verfremdete Farben, ein gesteigertes Interesse an der Beziehung zwischen Mensch und Natur sowie die Suche nach ursprünglichen, „primitiven“ Lebensformen. Trotz dieser Entwicklungen blieben anfangs naturalistische Elemente erhalten, etwa in stimmungsvollen, gegenständlichen Kompositionen.
Nach seiner Rückkehr nach München widmete sich Marc systematisch dem Studium der Anatomie von Tieren. Später lebte er in Berlin und verbrachte viel Zeit im Berliner Zoo, wo er Tierformen aus unterschiedlichsten Blickwinkeln beobachtete und skizzierte. Dieses intensive Selbststudium führte zur Ausbildung eines eigenständigen, umfassenden Konzepts von Tier- und Menschenformen. Tiere wurden für ihn zu idealen Bildmotiven, weil er in ihnen Wahrheit, Reinheit und Schönheit konzentriert sah. Er verstand sie als spirituelle Wesen und vertrat die Auffassung, dass der Traum die wahrste Form der Realität widerspiegele, da jede Fantasie in der Wirklichkeit verankert sei.
Ein künstlerischer und biografischer Wendepunkt war das Jahr 1910, als Marc August Macke kennenlernte. Die daraus entstehende Freundschaft, gemeinsame Reisen sowie der Austausch mit weiteren Künstlern, insbesondere Wassily Kandinsky, vertieften seine Auseinandersetzung mit Farbe und Abstraktion. In dieser Phase entwickelte Marc eine spezifische Farbtheorie: Blau stand für das Männliche und Geistige, Gelb für das Weibliche und Heitere, Rot für die physische, oft gewaltsame Welt. Natur und Tiere fungierten für ihn als Gegenpole zum modernen, urbanen Leben; den Menschen empfand er als zunehmend von der Natur entfremdet.
Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 markierte einen weiteren Einschnitt in seinem Werk. Unter dem Eindruck der politischen und gesellschaftlichen Umbrüche bewegte sich Marc in seinen Bildmotiven konsequent hin zur Abstraktion und wandte sich endgültig von der gegenständlichen Darstellung ab. Formen und Farben wurden nun zu eigenständigen Trägern von Ausdruck und Bedeutung. Gleichzeitig ließ er sich vom Kriegsgeschehen faszinieren und meldete sich freiwillig als Kavallerist. Am 4. März 1916 fiel Franz Marc in der Schlacht von Verdun.
Trotz seines frühen Todes zählt Franz Marc zu den zentralen Figuren des deutschen Expressionismus und zu einem wichtigen Wegbereiter des abstrakten Expressionismus. Sein Werk thematisiert die existenziellen Ängste und Spannungen des frühen 20. Jahrhunderts in Europa und reflektiert den Versuch, in einer sich rasant wandelnden, urbanen Welt – im Zeichen von Industrialisierung und Krieg – eine neue, geistige und spirituelle Ordnung zu finden. Seine symbolhafte Auffassung von Natur, Tiermotiven und Farbe bleibt bis heute prägend für das Verständnis des Expressionismus.
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